Frohbotschaft auch nach „draußen“ tragen
Techno-Padre Guilherme nutzte seinen Besuch im Burgenland für persönliche Begegnungen und klare Botschaften. Bei seinem Besuch der Gemeinschaft Cenacolo sprach er jungen Menschen Mut zu und betonte die Bedeutung, den Glauben auch außerhalb kirchlicher Räume sichtbar zu leben.
Der 52-jährige Techno-Padre Guilherme – eigentlich Guilherme Guimaraes Peixoto – nutzte seinen Besuch im Burgenland auch zu Gesprächen und persönlichen Begegnungen. So besuchte er am Freitag die Gemeinschaft Cenacolo in Kleinfrauenhaid. Sie bietet jungen Menschen in Krisensituationen, insbesondere bei Suchtproblemen, die Möglichkeit zu einem Neubeginn. „Die wahren Helden seid ihr. Ihr geht hier einen steinigen Weg und das ist beeindruckend“, sprach Guilherme den jungen Bewohnern Mut zu. Zugleich betonte er, wie wichtig es sei, auch diese Geschichten sichtbar zu machen: „Das müssen wir den Menschen zeigen.“
Gerade junge Menschen ansprechen
Die Begegnung mit den jungen Männern passt zu Guilhermes Verständnis von Kirche. „Wir müssen unsere Arbeit in den Kirchen machen, aber wir müssen auch rausgehen und Jesus und seine Botschaft zu den Menschen mitbringen“, erklärte der Priester. Kirche dürfe sich nicht darauf beschränken, jene zu erreichen, die ohnehin kommen. Gerade junge Menschen wolle er dort ansprechen, wo sie stehen – mit ihrer Sprache, ihrer Lebenswelt und auch mit Musik.
Zu seinem eigenen Wirken erklärte der Techno-Padre, der hauptberuflich Pfarrer unweit von Braga und portugiesischer Militärseelsorger ist und eine DJ-Ausbildung in Porto absolvierte, dass er mittels elektronischer Tanzmusik den Kern der christlichen Botschaft vermitteln wolle.
„Everything is about the Message but with Techno“, beschreibt er seinen Zugang.
Grundlage dafür ist für ihn unter anderem Psalm 150: „Use all instruments to praise the Lord.“ Wenn in der Bibel dazu aufgerufen werde, Gott mit allen Instrumenten zu loben und zu preisen, dann könne dazu auch elektronische Musik gehören.
Dabei gehe es ihm nicht darum, Techno zum Selbstzweck zu machen. „Wenn das Set fertig ist, müssen die Leute glücklich sein, dann können sie auch über die Message nachdenken“, sagt Guilherme. Die Musik soll zunächst Freude, Energie und Gemeinschaft schaffen – und damit einen Raum öffnen, in dem die Botschaft ankommen kann.
Menschen in Kontakt bringen
Ein besonderes Anliegen sind ihm dabei junge Menschen. Sie sollten ihren Glauben nicht verstecken müssen, sondern selbstbewusst und mit Freude dazu stehen: „Junge Menschen müssen stolz auf ihren Glauben sein, müssen stolz darauf sein, dass sie Christen sind.“ Seine Auftritte versteht Guilherme daher auch als Versuch, Kirche und christliche Botschaft auf ungewöhnliche Weise mit Menschen in Kontakt zu bringen, die vielleicht sonst kaum Berührungspunkte mit Kirche haben.
Mit seiner Verbindung von Priestertum und elektronischer Musik erreicht er mittlerweile ein Millionenpublikum. Rund 3,4 Millionen Menschen folgen ihm auf Instagram. Für Guilherme ist das vor allem eine Möglichkeit, die Frohbotschaft über die klassischen kirchlichen Räume hinauszutragen – mit einer Sprache, die Menschen verstehen, und mit Musik, die sie bewegt.