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14.09.2026
CrossPulsePannonia

Padre Guilherme begeistert in Mörbisch 5.000 Menschen

International bekannter portugiesischer DJ-Priester war am Samstag Hauptact beim Festival "Cross Pulse Pannonia" – Auch Eisenstädter Bischof Zsifkovics begeistert: Fortsetzung geradezu "Verpflichtung" – Padre Guilherme: Alle Instrumente nützen, um Gott zu loben und zu preisen.

 

Wo sonst Operetten und Musicals erklingen, dominierte am Samstagabend in Mörbisch christlicher Techno: Der portugiesische Priester und DJ Padre Guilherme begeisterte 5.000 Menschen auf der Seebühne beim Festival "Cross Pulse Pannonia – The Sound of Hope". Der Geistliche trat nach einem Gottesdienst und Workshops, Gesprächen, Anbetungen mit den Teilnehmenden, ab 20.30 Uhr als Hauptact des Festivals auf. Padre Guilhermes Shows zeichnen sich durch sakrale Klänge mit elektronischer Tanzmusik, Videoelementen und Lichteffekten aus, die Menschenmengen zum Tanzen bringen. Seine umjubelten Auftritte beim Weltjugendtag 2023 in Lissabon und ein weiterer mit Papst Leo XIV. im Jahr 2025 machten ihn international bekannt.
 
Angetan von diesem gelungenen Versuch, "neue Wege in der Kirche im Burgenland zu gehen", zeigte sich anschließend auch der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics. Er hatte Padre Guilherme in Kosice (Slowakei) kennengelernt und für ein Techno-Event ins Burgenland eingeladen. Eine Fortsetzung dieses hierzulande noch wenig bekannten Veranstaltungsformats sei bereits für das kommende Jahr angedacht und geradezu "eine Verpflichtung".
 
Mörbisch solle nicht nur die Kultur- und Musikszene bespielen, sondern zur Evangelisierung beitragen, hofft der Bischof: „Von hier, im Herzen Europas, aus soll das Evangelium wieder neue Kraft gewinnen, vor allem die Jugend wollen wir mitnehmen.“ Von hier, wo früher der Eiserne Vorhang Europa durchschnitt, möge gemäß dem Festival-Motto „Sound of Hope“ Hoffnung ausgehen, die gerade heute so dringend gebraucht werde.

 

Nachmittagsprogramm als offener Treffpunkt

Bereits am Nachmittag wurde die Seewiese in Mörbisch zum Treffpunkt für Jung und Alt. Ab 14 Uhr erwartete die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit rund 15 offenen Mitmach- und Begegnungsangeboten. Ob beim Riesenwuzzler, Wikingerschach, Tauziehen und anderen Geschicklichkeitsspielen oder bei der Fotobox – für Bewegung und Unterhaltung war ebenso gesorgt wie für kreative Angebote.
 
Bei verschiedenen Kreativ- und Fashion-Stationen konnten T-Shirts gestaltet, Armbänder geknüpft oder mit einer Stickmaschine eigene Ideen umgesetzt werden. Auch ein Rap-Workshop und „Faith Fashion“ griffen die Verbindung von Jugendkultur, Kreativität und Glauben auf. Dazu kamen Informationsstände und Möglichkeiten, sich über verschiedene kirchliche und soziale Angebote zu informieren.
 
Ein wichtiger Teil des Nachmittags waren die Begegnungs- und Gesprächsangebote. Die Festivalseelsorge und die Young Caritas luden dazu ein, in ungezwungener Atmosphäre über persönliche Fragen, den Alltag, Glauben oder das Leben ins Gespräch zu kommen. Ergänzt wurde das Programm durch spirituelle Impulse, christliche Musik- und Rap-Elemente sowie weitere Angebote. So verband „CrossPulsePannonia“ schon am Nachmittag Freizeit, Gemeinschaft und Glauben und stimmte auf das musikalische Hauptprogramm am Abend ein.

 

Kirche darf laut, fröhlich und lebendig sein

Ähnlich innovative Zugänge zum christlichen Glauben wie Padre Guilherme erschließt hierzulande Franziskanerpater Sandesh Manuel. Der indisch-österreichische Seelsorger, Rapper, Blogger und Maler lud vor dem Techno-Hauptact bei einer Messe mit rund 1000 Jugendlichen in Mörbisch dazu ein, sich immer wieder auf Neues einzulassen - ganz im Sinne des heiligen Franz von Assisi. „Entwicklung“ bedeute dabei nicht, immer mehr anzuhäufen, sondern vielmehr, Verwicklungen zu entwirren und zurückzufinden zu dem, was wesentlich und einfach ist.
 
Dabei dürfe Kirche auch laut, fröhlich und lebendig sein, so P. Manuel. Gerade in einer Zeit, in der Menschen in Social-Media-Blasen oft nur noch das sehen, was sie ohnehin erwarten, brauche es Orte der Begegnung. Kirche müsse nicht immer von ernsten Gesichtern geprägt sein: Man dürfe lachen, klatschen und Freude zeigen, ermutigte der Ordensmann. Es gelte nicht: „Je trauriger man schaut, desto heiliger“, sondern Heiligkeit zeige sich auch in einer befreienden Freude am Glauben.

 

Frohbotschaft auch nach "draußen" tragen

Der 52-jährige Techno-Padre Guilherme - eigentlich Guilherme Guimaraes Peixoto - nutzte seinen Besuch im Burgenland auch zu Gesprächen und persönlichen Begegnungen. So besuchte er am Freitag die Gemeinschaft Cenacolo in Kleinfrauenhaid. Sie bietet jungen Menschen in Krisensituationen - besonders bei Suchtproblemen - die Möglichkeit zu einem Neubeginn. „Die wahren Helden seid ihr. Ihr geht hier einen steinigen Weg und das ist beeindruckend“, sprach Guilherme den jungen Bewohnern Mut zu.
 
Zu seinem eigenen Wirken erklärte der Techno-Padre, der hauptberuflich Pfarrer unweit von Braga und portugiesischer Militärseelsorger ist und eine DJ-Ausbildung in Porto absolvierte, dass er mittels elektronischer Tanzmusik den Kern der christlichen Botschaft vermitteln wolle: "Ganz im Sinn von Psalm 150 in der Bibel sollen wir alle Instrumente nützen, um Gott zu loben und zu preisen - auch mit Techno-Musik." Nach seinen Auftritten sollen die Leute glücklich nach Hause gehen, "dann können sie auch über die Message nachdenken", ergänzte der Priester. Aktuell folgen ihm 3,4 Millionen Menschen auf Instagram.
 
"Wir müssen unsere Arbeit in den Kirchen machen, aber wir müssen auch hinausgehen und Jesus und seine Botschaft zu den Menschen bringen", ist Padre Guilherme überzeugt: "Junge Menschen müssen stolz auf ihren Glauben sein, müssen stolz darauf sein, dass sie Christen sein dürfen."

 

Quelle: Kathpress