Seitenbereiche:
18.06.2026
Pilgern

"Pax et Bonum" – Mit Gesang und Gebet auf den Spuren des heiligen Franziskus

Pilgerreise der Diözese Eisenstadt nach Herzegowina und Dalmatien: Begegnungen, Gesang und gelebte Verbundenheit im Jubiläumsjahr des hl. Franziskus.

 

Am 11. Juni brachen Pilgerinnen und Pilger der Personalpfarre "Kroatischen Mission Eisenstadt" sowie der Internationalen Vereinigung der Burgenlandkroaten "Hrvat S.A.M." gemeinsam zu einer Pilgerreise durch die Herzegowina und Dalmatien auf. Die Wallfahrt im Jubiläumsjahr der Franziskaner bot Gelegenheit zu Gebet, Gemeinschaft und Begegnungen, die Menschen, Orte und Traditionen miteinander verbinden. Unter den rund hundert Teilnehmenden befanden sich auch Mitglieder des internationalen Chores der Burgenlandkroaten Pax et Bonum, die während der Pilgerreise auf ein Jahrzehnt gemeinsamen Wirkens, Singens und Dienens für die Gemeinschaft zurückblickten. Die Teilnahme des Chores erfolgte im Rahmen eines Projekts, das durch Fördermittel des Zentralen Staatsamtes für die Kroaten außerhalb der Republik Kroatien unterstützt wurde. Damit wurde die Reihe von Präsentationen des kulturellen und geistlichen Erbes der burgenländischen Kroaten in Österreich, Ungarn und der Slowakei fortgesetzt, sowie in Kroatien, der Heimat ihrer Vorfahren. Das diesjährige Projekt hatte eine besondere Bedeutung, da erstmals auch Bosnien und Herzegowina einbezogen wurde.

 

Zeichen der Verbundenheit

Der Aufenthalt in Mostar war von Begegnungen mit Vertretern der Ortskirche geprägt. In der Kathedrale von Mostar wurden die Pilger vom Bischof der Diözese Mostar-Duvno, Msgr. Petar Palić, empfangen. Zudem besuchten sie die Franziskanergemeinschaft, wo sie vom Guardian P. Mario Knezović und dem Provinzial der Herzegowinischen Franziskanerprovinz, P. Jozo Grbeš, willkommen geheißen wurden. Bei dieser Gelegenheiten erhielten die Pilger auch Einblicke in die Geschichte der Ortskirche und das kirchliche Leben der Region. Im Zeichen der Verbundenheit und des Jubiläumsjahres überreichte Diözesanbischof Zsifkovics Bischof Msgr. Palić, sowie Provinzial P. Jozo ein Franziskanerkreuz als bleibende Erinnerung an dieses Jubiläum. Anschließend fand auch ein privater Empfang des Diözesanbischof bei Bischof Palić statt.

 

Feierliche Abendmesse als Höhepunkt des Tages

Am Fest des heiligen Antonius von Padua, dem 13. Juni, nahmen die Pilger an den Eucharistiefeiern in Međugorje teil. Die heilige Messe um 11 Uhr wurde von Diözesanbischof Zsifkovics zelebriert, die Predigt hielt der Pfarrmoderator der Personalpfarre "Kroatische Mission Eisenstadt" und Präsident vom Verein "Hrvat S.A.M.", P. Božidar Blažević. Die musikalische Gestaltung der Liturgie übernahm der Chor Pax et Bonum unter der Leitung von Ivo Šeparović. Unter den zahlreichen Pilgern aus aller Welt war der Chor die Stimme der Burgenlandkroaten und repräsentierte durch Gesang und Gebet ihre Sprache, das Burgenland und die Diözese Eisenstadt. Höhepunkt des Tages war die feierliche Abendmesse, die ebenfalls von Bischof Zsifkovics geleitet wurde. In seiner Predigt betonte er, dass das Leben, der Glaube und die vielen Gaben des Menschen Geschenke Gottes seien. Er rief die Gläubigen dazu auf, sensibel für die Bedürfnisse anderer zu sein und das empfangene Gute in ihren Familien und Gemeinschaften weiterzugeben. "Ins Grab nimmt man kein Geld mit, sondern gute Taten", unterstrich der Bischof. Zum Abschluss der Messfeier stellte Bischof Zsifkovics den Anwesenden sich selbst, das Burgenland und die Burgenlandkroaten vor und sang die erste Strophe der burgenländisch-kroatischen Hymne. Dieser spontane Moment stieß bei den Anwesenden auf großes Interesse.

 

Zwei Meter hohe Statue der Muttergottes von Međugorje

Auf der Rückreise machten die Pilger:innen Station in Zadar, wo sie die Altstadt, die Meeresorgel sowie die Franziskanerkirche des Klosters besichtigten. Eine bleibende Erinnerung an diese Pilgerreise wird auch in Eisenstadt sichtbar bleiben. Gemeinsam mit Diözesanbischof Zsifkovics, Direktor der Hauptabteilung "Pastorale Dienste der Diözese Eisenstadt", Mag. Miroslav Mochnáč, und P. Božidar Blažević erwarben die Pilger:innen eine zwei Meter hohe Statue der Muttergottes von Međugorje, die im Kreuzgang des Franziskanerklosters in Eisenstadt aufgestellt werden soll. Sie wird den Gläubigen als Ort des Gebets und als dauerhaftes Zeichen der Verbundenheit mit Međugorje dienen.

 

Glaube, Gemeinschaft und Zugehörigkeit

Für viele Teilnehmende hatte insbesondere der Besuch in Bosnien und Herzegowina sowie in Kroatien eine besondere Bedeutung. Indem sie ihre Sprache, ihren Glauben und ihre Tradition präsentierten, berührten die Burgenländischen Kroaten auch einen Teil jener Heimat, aus der ihre Vorfahren vor beinahe fünf Jahrhunderten aufgebrochen waren. So wurde diese Wallfahrt weit mehr als eine gemeinsame Reise und ein gemeinsames Gebet – sie wurde zur Bestätigung, dass Glaube, Gemeinschaft und Zugehörigkeit über Generationen hinweg bewahrt und mit Freude an andere weitergegeben werden können.

Mehr zum Thema
Konzert
Ein Klang der Hoffnung über Grenzen hinweg. Mit zwei eindrucksvollen Konzerten feierte der diözesane Chor Pax et Bonumsein 10-jähriges Jubiläum.
Karwoche
Am Samstag, dem 12. April 2025, wurde die kroatische Mission in Eisenstadt zum Ort der Besinnung, des Gebets und der Musik.
Martinsfest
Festgottesdienst im Martinsdom – Bischof warnt in Predigt: Leben ohne Gemeinschaft wird zu "Geisterfahrt im Gegenverkehr geistloser Individualisten"