Gedenktag des seligen Ladislaus Batthyány-Strattmann am 22.01.
Zuwendung als Nächstendienst in der Nachfolge Christi.
Was schmerzt, wenn ich krank bin?
Nicht nur das anatomische oder physische Gebrechen.
Es schmerzt mich vor allem, dass ich nicht im Vollbesitz meiner Kräfte bin. Ich bin nicht der, der ich sein könnte.
Ich bin auf Hilfe und Behandlung angewiesen.
Doch sieht der andere Mensch, der mir hilft, der mich behandelt, wirklich mich? Oder sieht er vielleicht nur mein gebrochenes Schienbein; meine Verletzung; meinen zu hohen Blutdruck?
Ich bin nicht „der entzündete Blinddarm auf Zimmer 5“.
Ich bin ich!!!
Doch sehe ich mich selbst wirklich als der, der ich bin?
Mit welchem Blick sehe ich denn auf mich selbst?
Sehe ich mich unvoreingenommen, oder habe ich nicht doch auch einen eingeschränkten Blick – je nachdem, ob ich gerade „himmelhochjauchzend“ oder „zu Tode betrübt“ bin?
Wer sieht mich denn wirklich so, wie ich bin?
Ich darf glauben, dass Gott mich so sieht. Denn er hat „Ja!“ zu mir gesagt.
In Jesus Christus sieht er mich sogar mit menschlichen Augen an – und doch auch mit dem göttlichen Blick, der mich „im Innersten versteht“, weil er mir näher ist als ich mir selbst.
Sein Vermächtnis ruft uns auf, ebenso zu handeln – unsere Mitmenschen ebenso mit einem liebevollen, wertschätzenden Blick zu sehen.
Ich war krank und ihr habt mich besucht;
Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Mt 25,36.40
Beim Augenarzt Dr. Ladislaus Batthyány-Strattmann haben die Patientinnen und Patienten das offensichtlich gespürt, dass er sie nicht nur als „grauen Star“ sieht, sondern als Mensch!
Seine Behandlung hat ihnen Heil vermittelt – nicht nur Heilung akuter Beschwerden.
Ärztliches Handeln als Dienst der Nachfolge.
Keine Magie. Sondern echte mitmenschliche Zuwendung.
In der gläubigen Gewisstheit, dass Gott uns immer begleitet, bei allem, was wir tun. Nicht nur als Ärztin oder Arzt...
© nikfai